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Interview mit Mortimer Glinz

Interview mit Mortimer Glinz

Herr Glinz, Sie sind nun seit über fünf Monaten als CEO der Jagenberg Gruppe tätig. Was hat Sie persönlich an dieser Aufgabe gereizt?


Was mir an der Jagenberg Gruppe so gefällt, sind ihre technologisch anspruchsvollen und am Markt sehr erfolgreichen Produkte. Wir behaupten uns als deutscher Mittelständler zusammen mit unseren ausländischen Partnern auf dem internationalen Parkett – das halte ich für einen spannenden Ansatz.
Als ich im September 2025 zur Jagenberg Gruppe stieß, erwarteten mich interessante Herausforderungen: auf der einen Seite die Auswirkungen der Northvolt-Pleite, auf der anderen Seite zum Beispiel die Anlage eines wichtigen Kunden der Jagenberg Converting Solutions GmbH (JCS), die neue Maßstäbe setzt. Aber auch ein etabliertes Unternehmen wie die Kampf GmbH, die sich in einem Markt wie China seit Jahren erfolgreich durchsetzt. Alle Unternehmen der Gruppe befinden sich im Wandel, an dessen Mitgestaltung ich mich sehr gerne beteiligen möchte.

 

Sie leiten parallel eine eigene, familiengeführte Unternehmensgruppe. Welche Werte aus diesem Umfeld prägen Ihr Führungsverständnis?


Ich sehe viele Parallelen zur Jagenberg Gruppe. In beiden Unternehmensgruppen setzen wir auf eine klare Verantwortungsteilung: Die Geschäftsführenden der einzelnen Gesellschaften verfügen eigenständig über das operative Tagesgeschäft und handeln auf Basis eines gemeinsamen Werteverständnisses.
Die Holding verstehe ich als strategischen Sparringspartner und Dienstleister der Gruppenunternehmen. Wir gestalten mit den Geschäftsführungen die Strategie, unterstützen Sonderprojekte und verantworten die Finanzierung und Konsolidierung der Zahlen.

 

In den vergangenen Monaten konnten Sie sich ein ganzheitliches Bild über die Jagenberg Gruppe verschaffen. Welche sind aus Ihrer Sicht aktuell die größten Stärken der Unternehmensgruppe und was bedarf es, um auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben?


Zu den Stärken der Jagenberg Gruppe zählen für mich unsere Prozess- und Produktkompetenz und der klare Fokus auf den Kunden. Ich durfte in den letzten Monaten beobachten, wie stark sich die Mitarbeitenden außerdem mit dem Produktportfolio identifizieren. Egal bei welchem Tochterunternehmen oder an welchem Standort weltweit: Dieses hohe Maß an Engagement beeindruckt mich sehr.

2026 wird unsere Agilität und mutige Entscheidungen fordern. Akquisitionen und neue Partnerschaften können uns ebenfalls weiterbringen, da sind wir dran. Zuletzt müssen wir eine gewisse Flexibilität zeigen, um uns an das wechselnde Umfeld immer wieder anzupassen.

 

Was dürfen die Mitarbeitenden der Jagenberg Gruppe künftig von Ihnen erwarten?


Ich schätze den offenen Austausch und lehne konzernartige Kommunikationsstrukturen ab. Ich stehe für direktes, dynamisches Miteinander und agiles Arbeiten. Unsere Unternehmen leben von dem Einsatz jedes Einzelnen. Sie sind es, die unsere Unternehmensgruppe weiter bringen.

Ich wünsche allen Beteiligten, dass sie selbstbewusst auf Veränderungen zugehen und wir gemeinsam daran wachsen. Die Vergangenheit hat bereits bewiesen, was die Jagenberg Gruppe stemmen kann, und ich habe Vertrauen in Sie, dass wir die notwendigen Veränderungen gemeinsam meistern und optimistisch in die Zukunft blicken können.

 

Herr Glinz, vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute!